Klimawandel & Gesundheit in NRW: Schutz vor Hitze & UV
© Gerd Altmann / Pixabay Klimawandel und Gesundheit in NRW:
Folgen durch Hitzewellen und weitere Klimarisiken
Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Gesundheit in Nordrhein-Westfalen sind bereits heute deutlich spürbar: Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und zunehmend warme Nächte in den Sommermonaten belasten den menschlichen Organismus erheblich. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere sowie Personen mit Vorerkrankungen. Hohe Temperaturen können zu Kreislaufproblemen, Dehydrierung, Hitzeerschöpfung oder im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag führen.
Auch länger anhaltende Wärmeperioden stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Wenn sich Städte und Wohnräume über mehrere Tage stark aufheizen und nachts kaum abkühlen, kann sich der Körper nicht ausreichend erholen. Dies erhöht die Belastung für Herz und Kreislauf und führt zu mehr hitzebedingten Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten.
Gesundheitsrisiken durch Hitzewellen
Durch die zunehmende Hitzebelastung in dicht bebauten Siedlungsräumen entstehen sogenannte Wärmeinseln, in denen sich Hitze besonders stark staut, während Grünflächen und Freiräume kühlend wirken. Daraus können deutlich unterschiedliche Belastungssituationen innerhalb von Städten sowie im Vergleich zu ländlichen Gebieten entstehen.
Aktuelle Auswertungen zeigen die hohe Relevanz für Nordrhein-Westfalen: Rund 7,5 Millionen Menschen – knapp 42 Prozent der Bevölkerung – leben in Gebieten mit hoher klimaökologischer Handlungspriorität. Diese Räume sind besonders stark von Überwärmung betroffen und gelten als zentrale Schwerpunkte für Klimaanpassung und Hitzeschutz.
Weitere gesundheitliche Folgen des Klimawandels
Neben der Hitze wirken sich weitere Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit aus. Dazu zählen eine stärkere Belastung durch UV-Strahlung, die das Risiko für Hautkrebs erhöhen kann, sowie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Stürme, die zu Verletzungen und psychischen Belastungen führen können. Die verstärkte Verbreitung von Organismen, die starke allergische oder Reizreaktionen auslösen können, wie die Ambrosiapflanze oder der Eichenprozessionsspinner, ist bereits zu beobachten. Die späte und ausdauernde Blütezeit der Ambrosia und die immer früher im Jahr einsetzende Blühphase vieler Pflanzen und Bäume verlängern die Pollensaison und sorgen für umfangreichere Beschwerden bei Allergikerinnen und Allergikern. Mildere Winter begünstigen die Ausbreitung von Zecken, wodurch das Risiko für Infektionskrankheiten wie Borreliose oder FSME steigt. Ähnliches gilt auch für andere Überträger – wie beispielsweise die Tigermücke – und deren Möglichkeit, tropische Infektionskrankheiten zu übertragen. Nicht zuletzt kann sich auch die Konzentration von Luftschadstoffen, wie beispielsweise Ozon, durch die Einwirkung von Hitze und UV-Strahlung verändern und zu vermehrter Belastung der Atemwege führen.
Maßnahmen der Landesregierung
Insgesamt nimmt die Bedeutung von Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen deutlich zu. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken zum Schutz der Bevölkerung frühzeitig zu reduzieren und die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen, mit den Veränderungen angepasst umzugehen.
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen reagiert auf diese Herausforderungen mit einer umfassenden Klimaanpassungsstrategie. Im Handlungsfeld „Menschliche Gesundheit“ werden in der Strategie Maßnahmen dargestellt, mit denen das Gesundheitssystem und die Lebensverhältnisse der Menschen besser an klimabedingte Belastungen angepasst werden. Dazu gehören unter anderem Arbeitshilfen zur Entwicklung von Hitzeaktionsplänen in Kommunen und Einrichtungen sowie die Förderung der Klimaanpassung von Krankenhäusern .
Ziel ist es, klimafolgenbedingte Erkrankungen und gesundheitliche Belastungen zu verringern und die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen wirksam vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.
Was man selbst tun kann
Wir können auch selbst etwas zur Anpassung an den Klimawandel tun und bei Hitzeperioden die Wohnung angepasst lüften und verschatten, Sonnenschutz beachten und ausreichend trinken. Auch Zeckenschutz gehört beispielsweise dazu. Gegen Zeckenbisse hilft nur individuelle Vorsorge. Wer größere Ambrosia-Bestände entdeckt, ist aufgefordert, sie bei der kommunalen Verwaltung zu melden, damit sie entfernt werden können.
Weitere Informationen:
- Informationsseite Hitze im Umweltportal NRW
- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (Gesundheitsbezogener Hitzeschutz | Mit Menschen für Menschen.
- Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW – Klimawandel und -anpassung
- Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW – Klimaanpassungsstrategie
- Klimaatlas Nordrhein-Westfalen
- NRW-Klimaschutzportal
- Landeszentrum Gesundheit NRW – Hitze
- LANUK NRW: Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie effektiv verhindern
- Landesbetrieb Wald und Holz NRW – Eichenprozessionsspinner
- Portal der BZgA „Klima-Mensch-Gesundheit“
- Robert-Koch-Institut (RKI)