Bioaerosole
© baiyexing / Pixabay Bioaerosole
-
Bioaerosole sind „biologische Partikel“ in der Luft, also zum Beispiel Bakterien, Viren, Schimmelpilze oder Bestandteile abgestorbener Bakterien bzw. Schimmelpilze. Sie entstehen unter anderem in großen Tierhaltungsanlagen, oft in Kombination mit Biogasanlagen, aber auch beispielsweise in Abfallbehandlungs- oder Kompostierungsanlagen. Einige Bioaerosole, wie zum Beispiel Schimmelpilze, stammen jedoch auch aus natürlichen Quellen und können daher als ein natürlicher Bestandteil der Außenluft vorkommen.
Bioaerosole können eine Reihe von gesundheitlichen Wirkungen auslösen. Diese lassen sich unter die Oberbegriffe Infektionen, Allergien und toxische Effekte einordnen. Die genaue umweltmedizinische Einschätzung der Wirkung von Bioaerosolen ist jedoch schwierig, da es sich bei Bioaerosolen um unterschiedlich zusammengesetzte Gemische handelt – mit u.a. vielen tausend unterschiedlichen Bakterien- und Pilzarten. Eine sogenannte Dosis-Wirkungsbeziehung ist deshalb auch nicht zu ermitteln.
In entsprechenden Studien wurde bei Personen, die Bioaerosolen in der Wohnumgebung in erhöhten Konzentrationen ausgesetzt sind, eine größere Häufigkeit z.B. für chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Asthma festgestellt. Es werden allerdings auch positive Effekte, wie z.B. eine geringere Häufigkeit von Allergien festgestellt.
Der Bereich der Umweltmedizin verfolgt aufmerksam den Kenntnisstand zur Wirkung von Bioaerosolen auf die menschliche Gesundheit und die Entwicklung von Bewertungsmöglichkeiten.
Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft 2021) sieht vor, dass aus Gründen der Vorsorge bei Anlagen, die umweltmedizinisch relevante Bioaerosole (wie z.B. Staphylokokken, Enterokokken oder bestimmte Schimmelpilzarten) in relevantem Umfang emittieren können, zur Emissionsminderung dem Stand der Technik entsprechende Maßnahmen zu treffen sind. Als Erkenntnisquellen für relevante Bioaerosole und Anlagen können die VDI-Richtlinien 4250 Blatt 1 und 3 dienen. Eine Maßnahme zur Emissionsminderung kann zum Beispiel – je nach Art der Anlage - der Einbau einer Abluftreinigungsanlage sein.